Weltweit gibt es 12 Arten von Honigbienen und ca. 30.000 Arten an Wildbienen. Allein in Österreich sind knapp 700 Wildbienenarten bekannt, wobei Hummeln auch dazu gezählt werden.  Durch die immer größere Flächenversiegelung, Monokultur in der Landwirtschaft, verschwinden der Nistplätze und Wildpflanzen, aber vor allem durch Einsatz von Pestizide steht ein Großteil der Wildbienen auf der roten Liste.


Rainfarn-Seidenbiene, Filz-Furchenbiene, Schwarzbürstige Blattschneiderbiene, Kleine Fleckenbiene, Frühlings-Pelzbiene, Frühlings-Trauerbiene, Rotpelzige Sandbiene um nur ein paar Arten von ihnen zu nennen.

 

Wildbienen gehören zu den Hautflüglern, eine besonders große Insektenordnung. Ihre Lebensdauer ist meistens nur von kurzer Zeit, nämlich nur bis zu 8 bis 10 Wochen.

 

Sie transportieren den Pollen sehr unterschiedlich. Bei den einen bleibt der Pollen an den Beinen hängen, bei anderen Wildbienen an der Unterseite des Hinterleibes. Wieder andere schlucken den Pollen und würgen diesen im Nest wieder herauf.

 

Da sie KEINEN HONIG produzieren, sind Wildbienen friedliebend und stechen nur, wenn ihr eigenes Leben bedroht sehen. Einige Arten könnten nicht einmal durch die menschliche Haut stechen.


Während die Honigbiene in einem Staat mit bis zu 50.000 Bienen leben, leben die meisten Wildbienenarten alleine und erledigen ihren Nistbau ohne fremde Hilfe. Man bezeichnet diese dadurch auch als "Solitärbiene oder Einsiedlerbiene"


Wildbienen sind von ein paar mm (Schmalbienen) bis zu 3 cm (blaue Holzbiene) groß und sind wahre Meister, wenn es ums bestäuben geht. Die Bestäubung ist für uns alle wichtig, neben Wildpflanzen werden auch Obstbäume und Beerensträucher angeflogen. Ich denke da nur an den Apfelbaum. Ohne Wildbienen wird die Apfelproduktion erschwert werden. Die Nistplätze werden in der Nähe zur Futterquelle angelegt, da sie einen kleineren Flugradius (500 Meter) als Honigbienen haben.

Sie bewohnen
Totholz, Hohlräume, nisten in der Erde, im Sand, auf Steilwänden, in Schneckenhäuser, in Markstängel usw. Die sogenannten Schmarotzerbienen legen selbst keine Nistmöglichkeit an, sondern legen ihren Nachwuchs in Nester von anderen Wildbienen ab. Fast 75 % der Wildbienen nistet unter der Erde. Bei Hohlräumen sind sie nicht wählerisch, besiedelt werden auch Mauerspalten oder kleine Löcher im Gartensessel.

Kokon der Rostroten Mauerbiene

Der Nachwuchs wird als Ei zusammen mit Nektar/Pollengemisch in sogenannten Brutkammern abgelegt. Diese Brutkammern sind meistens mit einer Zwischenwand getrennt und werden einzeln oder hintereinander angelegt. Wenn für weitere Kammern kein Platz mehr ist, wird der Eingang zum Schutz vor Fressfeinden und Parasiten mit Lehm oder Erde verschlossen. Nach etwa 3 Tagen schlüpft die Bienenlarve und ernährt sich vom Futtervorrat bis sie schlussendlich zum Kokon reift. Die fertige Biene (Imago) schlüpft bis Ende des Sommers noch im Kokon und verlässt diesen meistens erst im darauf folgenden Jahr. Die hinteren Kokon werden Weibchen und die vorderen Kokon sind Männchen, da diese auch als erster schlüpfen.

Larven mit Pollen im Nistgang

Rostrote Mauerbienen bei der Paarung

Leere Kokon nach dem Schlupf

Wildbiene beim schlüpfen

Wir möchten hier einen kleinen Einblick in die Welt der Wildbienen geben. Es ist sehr schwierig und zeitaufwendig,

Wildbienen zu fotografieren. Oft vergehen Stunden oder Tage bis ein perfektes Foto entsteht. Philipp Meyer

vom WILDBIENENLEXIKON stellt uns seine Fotos zur Verfügung. 

            

  www.wildbienenlexikon.at 

Gewöhnliche Löcherbiene (Heriades truncorum)

Goldene Steinbiene (Lithurgus chrysurus)

Spalten-Wollbiene (Anthidium oblongatum)

Verkannte Goldfurchenbiene (Halictus confusus)

Mai-Langhornbiene (Eucera nigrescens)

Garten-Blattschneiderbiene (Megachile willughbiella)

Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum)

Rote Wespenbiene (Nomada armata)

Punktierte Düsterbiene (Stelis punctulatissima)

Flachzahn-Spiralhornbiene (Systropha planidens)

Dichtpunktierte Goldfurchenbiene (Halictus subauratus)

Bedornte Mauerbiene (Osmia spinulosa)

Filzfleck Blattschneiderbiene (Megachile pilicrus)

Luzerne-Sägehornbiene (Melitta leporina)

Die 4 Entwicklungstufen vom Ei bis zum Kokon am Beispiel der rostroten Mauerbiene

Brutzelle mit Ei

Brutzelle mit Larven

Larve beim spinnen des Kokons

Voll ausgereifte Kokon der rostroten Mauerbiene in der Wildbienennisthilfe

Goldfarbene-Langhornbiene (Eucera pollinosa)

Langschwanz-Kegelbiene (Coelioxys elongata)

Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae)

Natternkopf-Mauerbiene (Hoplitis adunca)